Auslandsaufenthalte

Schulabschluss geschafft, Abi in der Tasche, Stress erstmal vorbei. Doch was jetzt? Für viele bedeutet die neu gefundene freie Zeit eine Chance, endlich mal zu entspannen und das bestenfalls im Ausland. Fremde Länder und andere Kulturen können aber mehr bieten als Hotels, Liegestühle und All-You-Can-Eat-Buffets. Für alle, die auf jeden Fall die Heimat verlassen wollen, haben wir hier eine kleine Übersicht zusammengestellt.

Reise

Eine Reise ins Ausland bietet unendliche Möglichkeiten für jeden Geschmack. Ihr müsst euch nur darüber im Klaren sein: Wie lange möchte ich weg, wohin möchte ich und was möchte ich dort machen? Anders gesagt solltet ihr einfach schon wissen, ob ein zweiwöchiger Feierurlaub in Lloret de Mar euch eher anspricht als ein dreimonatiger Road-Trip in Neuseeland. Das hängt natürlich auch davon ab, wie viel Zeit euch zur Verfügung steht und vor allem, was ihr euch leisten könnt. Wenn ihr jedoch bereit seit, bei einem längeren Auslandsaufenthalt nebenher etwas zu arbeiten, um euch eure Reise zu finanzieren, für den haben wir genau das Richtige.

Work & Travel

Beim Work & Travel bereist ihr ein – oder mehrere –  Länder eurer Wahl und bezahlt eure Unterhalts- und Reisekosten, indem ihr immer wieder einen Job aufnimmt. Keine Sorge: Dafür braucht ihr weder Ausbildung noch besonders viel Erfahrung, ihr müsst aber bereit sein, gewisse Entbehrungen auf euch zu nehmen. Work and Travel ist nämlich weit entfernt von einem Urlaub: Einfache Unterkünfte statt Hotels und körperlich anstrengende Arbeit statt Sonnen am Pool. Wer aber einzigartige Erfahrungen machen möchte und selbstständiger werden will, für den ist es ideal. Ihr müsst jedoch nicht alles alleine durchplanen: Es gibt Agenturen, die euch an Arbeitgeber vermitteln, euch helfen, das richtige Land zu finden, ein Visum zu beantragen und euch vorübergehend Unterkunft bieten können, solltet ihr mal im Ausland nichts finden. Ob ihr diese Hilfestellung annehmt, liegt ganz bei euch. Wem das alles ein wenig zu abenteuerlich klingt, jedoch trotzdem gerne ein anderes Land über längere Zeit hinweg kennen lernen möchte, für den ist unser nächster Punkt vielleicht eher was.

Au Pair

Beim Au-Pair betreut man die Kinder einer Gastfamilie, die einem dabei im Gegenzug ein Zimmer im eigenen Haus gibt, für einen kocht und auch ein Taschengeld dazugibt. Du wirst also vorübergehend ein kleiner Teil der Familie, der auch gewisse Aufgaben übernehmen muss. Dein Schwerpunkt liegt dabei jedoch darauf, dich um die Kinder zu kümmern, d.h. mit ihnen zu lernen, zu spielen, für sie zu kochen und eben alles andere, was ein Kind so braucht. Zu deinen Aufgaben gehört jedoch nicht, den ganzen Haushalt alleine zu schmeißen, für die ganze Familie zu kochen oder das Haus sauber zu halten. Vor allem hier ist eine Vermittlungsagentur eine große Hilfe, falls du (wie die meisten Schüler) keinen Kontakt ins Ausland hast. Sie helfen dir eine passende Familie zu finden, einen Vertrag aufzusetzen und ein ansprechendes Profil zusammenzustellen. Gewisse Kenntnisse und Fähigkeiten solltest du natürlich mitbringen: Bestenfalls hast du schon einmal Kinder betreut oder ein Praktikum in einem Kindergarten oder einer Grundschule gemacht. Natürlich solltest auch die Sprache des Landes mehr oder weniger einwandfrei beherrschen, in welchem du dein Au Pair absolvieren willst. Dieses wird dir u.a. natürlich auch helfen deine Sprachkenntnisse zu vertiefen. Wenn du darauf jedoch besonders Wert legst, empfehlen wir dir folgendes:

Sprachreise

Bei einer Sprachreise lernst du das Land, die Kultur und die Sprache für die du dich entscheidest, näher kennen. Du vertiefst deine Fähigkeiten, lernst über Geschichte und Politik und bekommst die schönsten Seiten des Landes zu sehen. Dein Aufenthalt besteht  ungefähr zu einem Drittel aus Unterrichtsstunden, einem Drittel aus Veranstaltungen und Reisen und einem Drittel aus Freizeit. Unternehmen, die Sprachreisen anbieten, gibt es viele. Um das Richtige zu finden musst du vor allem auf Preis, Angebot und Programm achten. Möchtest du eher feiern gehen, Leute kennenlernen oder Sightseeing machen? Oder alles zusammen? Wie viel Geld kannst du aufbringen und was bietet dir das Unternehmen für diesen Preis an? Wichtig ist vor allem, das vor Ort deine Unterkunftskosten und auch deine Ab- und Anreise bereits im Preis mit inbegriffen sind. Wenn du aber davon überzeugt bist, deine jeweilige Fremdsprache bereits außergewöhnlich gut zu beherrschen und du sie sprichst wie eine zweite Muttersprache, dann würde es sich anbieten, ein wenig Berufserfahrung in einem Land deiner Wahl zu sammeln.

Auslandspraktikum

Viele Abiturienten nutzen ihre Zeit nach dem Abitur ohnehin oft, um Referenzen und Berufserfahrung anzulegen, wieso diese also nicht im Ausland sammeln? Ein Praktikum bei einem ausländischen Betrieb kann dabei eine interessante und bereichernde Erfahrung darstellen. Nicht nur sammelst du nun Erfahrung auf dem internationalen Arbeitsmarkt, du bekommst auch das Land aus einer ganz besonderen Perspektive zu sehen. Ein Problem kann hier jedoch oft die Finanzierung darstellen: Praktikanten werden selten ausreichend oder überhaupt bezahlt und wenn du Vollzeit angestellt bist, hast du kaum einmal Zeit für einen Nebenjob. Hierbei kann eine Gastfamilie eine Hilfe sein, welche sich gegen einen vorher abgemachten Preis um deine Unterkunft und Verpflegung kümmert. Wie immer ist es auch hier wichtig, gut vorbereitet zu sein und möglicherweise von einer entsprechenden Agentur unterstützt zu werden. Ein Auslandspraktikum ist jedoch auf jeden Fall eine Erfahrung, die dich auf vielerlei Weise weiterbildet und natürlich auch großartig auf dem Lebenslauf wirkt. Sollte das alles spannend für dich klingen, aber du dich für Arbeit in einem sozialen Bereich interessierst, gibt es noch ein paar weitere Möglichkeiten, die wie für dich gemacht sind.

Freiwillige Arbeit

Bei der freiwilligen Arbeit hilfst du in Entwicklungsländern und bei Hilfsorganisationen direkt mit. Von Naturschutz zur Stärkung von Frauenrechten bis hin zum Praktikum bei einer sozialen Einrichtung: Die freiwillige Arbeit steckt einen großen Aufgabenbereich ab und lässt dich Einblicke in die Krisengebiete der Welt gewinnen. Hautnah bist du auf jeden Fall dabei und packst bei wichtiger Arbeit direkt mit an, wobei du aber meist auf viele Komforts verzichten musst. Abhängig von der Art der Arbeit und des Gebietes, welches du dir aussuchst, kann dir teilweise weder ein Einzelzimmer noch fließend Wasser garantiert werden. Dazu kommt, das du für deine Unterkunft, deine Abreise und Anreise und deinen Unterhalt meist selbst aufkommen musst. 

Dies ist bei einem FSJ (Freiwilliges soziales Jahr) oder FÖJ (Freiwilliges ökologisches Jahr) jedoch nicht der fall. Inhaltlich gleich werden diese meistens durch Fördergelder unterstützt, wodurch du selbst für die meisten Kosten nicht aufkommen musst und meist sogar bezahlt wirst. Eine FSJ/FÖJ Stelle im Ausland zu ergattern kann jedoch schwierig sein, da sie recht selten sind.

Egal für welche Variante du dich entscheidest, diesen Schritt zu unternehmen und ein Projekt deiner Wahl tatkräftig zu unterstützen ist eine Erfahrung, die dich für immer verändern wird.

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